Atomwaffenexpertin Xanthe Hall: „Deutsche Regierung soll sich bei Atomwaffenverbot wenigstens enthalten.“

Xanthe Hall, Atomwaffenexpertin der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhinderung des Atomkrieges (IPPNW), hat sich enttäuscht über die Haltung der deutschen Regierung im Prozess um ein weltweites Atomwaffenverbot gezeigt: "Wir haben die Befürchtung, dass Deutschland den Prozess um ein Atomwaffenverbot weiter blockieren wird", sagte Hall der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Neues Deutschland".

Vor einigen Tagen habe Österreich sich bereit erklärt, bei der UNO einen Antrag einzubringen. Dieser ruft die Delegierten der Vollversammlung dazu auf, für 2017 eine sogenannte Verhandlungskonferenz zum Atomwaffenverbot einzuberufen. Ein Meilenstein für die Friedensbewegung. "Wir sehen es momentan als unsere Hauptaufgabe an, die deutsche Regierung dazu zu bringen, sich bei der Frage um die Verhandlungskonferenz für ein Atomwaffenverbot wenigstens zu enthalten", so Hall über das Programm ihrer Organisation für die nächsten Wochen und Monate.

Um den Druck auf die deutsche Regierung zu erhöhen, hatte die IPPNW am Montag zusammen mit acht Organisationen aus dem Gesundheitsbereich einen Appell an die Bundesregierung gerichtet. Auch die Bundesärztekammer und die deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hatten diesen Vorstoß für ein Atomwaffenverbot unterstützt.

No comments yet.

Leave a Reply