Post-Chef Appel: Großbritannien ohne volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in EU lassen

Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutscher Post DHL, befürwortet, dass die EU den Briten bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit entgegenkommt, um sie doch in der EU zu halten oder eng an sie zu binden. Dies erklärt er in einem Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". "Ich hoffe, dass man einen klugen Weg findet, um den vollständigen Brexit doch noch zu vermeiden oder um das Land jedenfalls weiter eng an die EU zu binden."

Appel ergänzte: "Den freien Handel von Gütern und Dienstleistungen sollte es im Interesse aller unbedingt auch zukünftig geben. Da die Briten vorrangig angesichts der uneingeschränkten Freizügigkeit EU-kritisch sind, könnte man hier über Kompromisse nachdenken: Zum Beispiel könnten sich die alten EU-Mitgliedsstaaten weiter volle Freizügigkeit einräumen, aber die Bürger neuer EU-Länder dürften zunächst nur begrenzt nach Großbritannien einwandern."

Auf die Frage, ob damit die Osteuropäer diskriminiert werden, antwortet der Chef des weltweit größten Logistikkonzerns: "Wenn Großbritannien die EU verlässt, gibt es überhaupt keine Einreisefreiheit auf die Insel mehr. Da wäre ein vereinbartes Kontingent doch eine Verbesserung."

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