USA: 3 Prozent der Bevölkerung besitzen 50 Prozent der Waffen

Eine jüngste Studie der renommierten Harvard Universität zeigt auf: Lediglich drei Prozent der Bevölkerung besitzen die Hälfte aller registrierten Waffen. Diese Waffennarren tragen dazu bei, dass die Vereinigten Staaten als "Waffenland" gelten.

Angesichts der vielen Todesopfer für Schusswaffen werden immer wieder Statistiken zitiert, die aufzeigen, wie viele Waffen sich doch in den Händen der US-Bürger befinden. Damit möchte man den Menschen suggerieren, dass eine hohe Anzahl von Waffen auch dazu beiträgt, die Schusswaffengewalt zu erhöhen. Doch wie bei jeder anderen Statistik auch, gilt hier ebenfalls der Grundsatz, dass man diese gegebenenfalls aufschlüsseln muss, um wirklich brauchbare Daten zu erhalten. Dies tat die Harvard Universität in einer Studie.

Die eigentlich wenig erstaunliche Feststellung der Studie: Lediglich 14 Prozent der Waffenbesitzer, das sind 3 Prozent der US-Bevölkerung oder 7,6 Millionen Erwachsene, halten insgesamt 50 Prozent des gesamten legalen Waffenarsenals der Zivilbevölkerung. Dieses umfasst immerhin 270 Millionen Schusswaffen. Im Durchschnitt sind dies also 18 Waffen pro "Super-Besitzer". Knapp die Hälfte der Waffenbesitzer (48 Prozent) halten demnach 1-2 Schusswaffen oder 14 Prozent des privaten US-Waffenarsenals. Acht Prozent der Waffenbesitzer hingegen haben zehn oder mehr Schusswaffen und damit ganze 39 Prozent aller Schießeisen. Dies heißt allerdings auch: Lediglich rund ein Viertel aller erwachsenen US-Bürger besitzt – zumindest legal – überhaupt eine Waffe.

Interessant ist jedoch, dass die Zahl der Waffen pro erwachsenem US-Bürger von 1994 bis 2007 nahezu konstant blieb und zuletzt nur ganz leicht anstieg, ab 2008 jedoch eine signifikante Zunahme zu verzeichnen war: Von 2008 bis 2013 gab es gleich einen Anstieg von gut 14 Prozent bei der Verbreitung von Schusswaffen pro erwachsenem US-Bürger. Lag die Zahl von verkauften Schusswaffen seit den späten 1960er Jahren stets (mit kleineren Ausreißern nach oben und unten) so im Rahmen von 4-6 Millionen pro Jahr, stieg sie ab 2007 von 6 auf mehr als 16 Millionen im Jahr 2013 an.

Der Beitrag erschien zunächst auf Contra Magazin und wurde im Zuge einer Content-Partnerschaft übernommen.

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