USA: Erstes TV-Duell von Clinton und Trump vorbei

Die Präsidentschaftskandidaten von Demokraten und Republikanern, Hillary Clinton und Donald Trump, haben sich am Montagabend in der Hofstra University bei New York das erste TV-Duell geliefert. Beide Kandidaten begannen die Debatte ruhig und souverän, dabei argumentierten sie wie gewohnt. Während Clinton eine Umverteilung und mehr Teilhabe der niedrigen Einkommensklasse anmahnte, malte Trump ein schwarzes Bild von Jobs und Unternehmen, die in großer Masse nach China und Mexiko abwanderten.

Da die USA nicht alleine in der Welt seien, müssten sie internationalen Handel treiben, sagte Clinton. Trump konterte, sie und ihre Kollegen hätten es über Jahrzehnte verabsäumt, rechtliche Rahmenbedingungen für den Schutz der US-Wirtschaft zu schaffen. Immer öfter fiel Trump Clinton ins Wort. Während sie Trump dafür kritisierte, dass er seine Steuererklärungen nicht veröffentlichen wolle, warf der Immobilienmogul seiner Gegenkandidatin die E-Mail-Affäre an den Kopf, was wohl einer ihrer wundesten Punkte darstellt. Bei der überbordenden Gewalt in den Städten forderte Clinton ein Umdenken im Waffenrecht, Trump will mehr Polizei einsetzen.

Gegenseitiger könnten die Positionen nicht sein, aber dennoch gab es überraschend wenig Neues. Im Grunde wiederholten beide, was man bisher schon vom Wahlkampf kannte. Bis zur Präsidentschaftswahl am 8. November wird die amerikanische Bevölkerung noch zwei weitere TV-Debatten über sich ergehen lassen müssen.

Was die Umfragen sagen

Nach der ersten TV-Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten scheint Hillary Clinton als Gewinnerin dazustehen. Laut einer Schnellumfrage des US-Nachrichtensenders CNN erklärten 62 Prozent Clinton zur Siegerin des Duells, 27 Prozent fanden Donald Trump überzeugender. Auch in einer kleinen Gruppe von 20 Testzuschauern im US-Bundesstaat Florida, die nach eigenen Angaben vor der Sendung noch unentschieden waren, sagten 18 Personen dem Sender CNN, sie hätten Clinton überzeugender gefunden.

Eine Online-Umfrage des US-Magazins "Fortune" hingegen zeigt ein differenzierteres Bild: Demnach fanden 51 Prozent Trump überzeugender und 49 Prozent Clinton. Selbst in Wirtschaftsfragen kommt Trump mit 55 Prozent besser davon als seine Herausforderin. Denselben Wert kann der Republikaner auch beim Thema "Nationale Sicherheit" für sich beanspruchen. Allerdings hatte die Debatte offenbar kaum Einfluss auf die Wahlentscheidung: Nur 13 Prozent wollen nun für einen anderen Kandidaten stimmen, 80 Prozent haben sich bereits festgelegt und die restlichen 7 Prozent sind noch unentschlossen. An der Online-Umfrage haben 384.600 Personen teilgenommen.

Die Umfrage beim renommierten "Time"-Magazin, an der sogar knapp 870.000 Personen teilnahmen, führt Trump sogar mit 59 Prozent, was das Abschneiden bei der TV-Diskussion betrifft. Auch wenn diese Online-Umfragen nicht repräsentativ sind, so zeigen sie doch auch eine gewisse Tendenz auf, zumal doch so viele Menschen daran teilnehmen.

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