Parteienforscher Korte: Steinmeier muss das Land zusammenhalten

Bild: Flickr.com/Heinrich-Böll-Stiftung/Stephan Roehl   CC BY-SA 2.0

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte ruft Außenminister Frank-Walter Steinmeier dazu auf, als künftiger Bundespräsident am gesellschaftlichen Zusammenhalt arbeiten. "Er muss einen Beitrag dazu leisten, das Land zusammenzuhalten", sagte der Parteienforscher der Universität Duisburg-Essen im Gespräch mit der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Zwischen Etablierten und vermeintlich nicht Etablierten besteht eine Riesenkluft. Es sind neue Ungleichheiten entstanden", sagte er. "Das könnte Frank-Walter Steinmeier zu einem Thema seiner Präsidentschaft machen."

Dabei dürfte nach Kortes Einschätzung Steinmeiers Auftreten von Vorteil sein. "Steinmeier war immer ein moderierender Typ. Das zeichnet ihn aus", sagte Korte. "Er ist nie als mobilisierender Chefideologe aufgetreten", so Korte weiter. "Steinmeier kann nicht polemisieren. Deshalb halte ich seine Popularität bei den Deutschen nicht für einen Zufall."

Zugleich sieht Korte auch Schwächen bei Steinmeier, dem er "nicht gerade große rhetorische Kommunikationskraft" bescheinigt. "Als Chef-Essayist der Nation muss er sich erst noch beweisen."

In der Entscheidung für Steinmeier sieht Korte "ein Schlaglicht auf die Schwäche der Union". Sie zeige aber auch, dass die Koalition bis zum Wahltag regierungsfähig bleibe. "Vor einem halben Jahr hätte das noch alle überrascht."

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