Gegen Fatalismus hilft nur Mut

Der Tod des ehemaligen Bundesbankpräsidenten Hans Tietmeyer am vergangenen Dienstag rückt das so genannte Lambsdorff-Papier vom 9. September 1982 wieder in das Blickfeld. Tietmeyer war als Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium sein Autor, Lambsdorff war als Wirtschaftsminister der Auftraggeber. Das Papier entstand in der Endphase der sozial-liberalen Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Dieser hatte Otto Graf Lambsdorff zehn Tage davor aufgefordert, seine Vorstellung einer Wirtschaftspolitik darzulegen, nachdem er Schmidt und die Sozialdemokraten für ihre wirtschaftspolitischen Vorstellungen immer wieder kritisiert hatte. So entstand das „Konzept zur Überwindung der Wachstumsschwäche und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit“, wie es eigentlich hieß.

Das Allermeiste könnte heute noch so in einem Programm der FDP stehen. Tatsächlich war es aber nicht nur eine inhaltliche Kampfansage an den Koalitionspartner, sondern auch ein Aufrütteln der verunsicherten, eigenen Fraktion und Partei. Ihr fehlte es an klarer Orientierung und Profil. Dies lieferte Lambsdorff mit seinem Papier. Denn neben der Nachrüstungsdebatte war die Wirtschaftspolitik die entscheidende Größe für den Entfremdungsprozess der FDP mit der SPD. Insofern war das Lambsdorff-Papier die Rückbesinnung der FDP auf ihren wichtigsten Markenkern – das Einstehen für eine Politik der wirtschaftlichen Vernunft…

Quelle: Tichys Einblick
Gegen Fatalismus hilft nur Mut

No comments yet.

Leave a Reply